Ganz einfach: Persische Vorspeisen

Bringen Sie den Orient auf den Tisch – Persische Vorspeichen ganz einfach zubereitet

Persiens Küche ist hierzulande noch recht unbekannt. Viele von uns kennen aus orientalischen Märchen den glanzvollen Luxus in Gebäuden, herrliche Gärten mit Dattelpalmen, Springbrunnen und duftende Pflanzen, exotische Gewürze und eine außerordentliche Vielfalt an schmackhaften Speisen.

Die Perser sind für ihre Gastfreundschaft bekannt und so decken sie bei Besuch schalenweise Datteln, Pistazien, Nüsse, Pomeranzenschalen, Granatäpfel, Maulbeeren, Gebäck, Konfekt, kandierte Früchte und Feigen auf. Die Vielfalt scheint hier grenzenlos und man ist bereits nach diesem Auftischen mehr als satt.

Für Europäer unvorstellbar, aber die Perser haben wahnsinnig viel Zeit und Muße beim Essen. Man plaudert, lacht, erzählt sich Geschichten, bis die Frauen das eigentliche Hauptessen auftischen.

Dieses besteht dann meist aus Reis, Fleisch, Gemüse, Früchten und sonstigen Leckereien. Wichtig ist besonders die Zubereitung des Reisgerichts, denn dieser wird traditionell nach Familienrezept mit Gemüse, Nüssen und Kräutern angereichert. Anders als bei uns darf Reis niemals beim Hauptgericht fehlen.

Der Tisch wird traditionell von der Hausfrau gedeckt, und zwar so, dass kein Platz ungenutzt bleibt. Es reihen sich Schälchen an Schälchen, Schüssel an Schüssel und Teller an Teller mit Köstlichkeiten, dazwischen Gemüse- und Obstsäfte. Alles wird mit den Adleraugen der Hausfrau überwacht, die sich im Hintergrund hält. Falls sich dann ein Teller auch nur annähernd leeren sollte, wird Nachschub geholt. Wer seinen Teller fast aufgegessen hat, wird höflich ermahnt, doch noch einmal zuzugreifen. Nichts wäre schlimmer für Perser, wenn ein Gast hungrig das Haus verlassen würde. Also wird aufgetischt, so viel, wie es eben nur geht.

Persiens Vorspeisen – Höhepunkt der Aromen, Kräuter und Gewürze

Die Vorspeisen werden traditionell vor dem Reisgericht serviert und werden jedoch dann nach dem Kosten und erstem Schnabulieren mit dem Reis abgetragen. Der Reis kommt zeitlich gesehen immer in der Mitte des Essengeschehens, sodass man sich seinen Platz im Magen recht gut einteilen sollte. Reis abzulehnen gilt im Iran als unfreundlich, daher sollte man weniger von der Vorspeisen vorab probieren und sie mit dem später aufgetischten Reis vernaschen.

Die Vorspeisen bestehen aus Joghurtdips, Omeletts, Kräutern, Oliven, gefüllten Paprikaschoten, gefüllten Weinblättern, Radieschen, Zwiebeln, Pürees, Oliven, Salaten und eingelegtem Gemüse und Obst. Eine reiche Variation an allem undenkbaren Genüssen, die eine gewisse Abstinenz erfordern, wenn man den später kommenden Reis nicht ablehnen möchte.

Rezepte: Persische Vorspeisen zuhause ganz leicht selbst zubereiten

Als Erstes sollte man abwägen, was auf den Tisch kommen soll. Für den Anfang kann erst einmal mit leichteren Vorspeisen experimentiert werden. Dazu gehören eine Joghurtkaltschale, ein Hühnchensalat, ein Kräuteromelett und ein Sesamdip mit Karotten und Bleichselleriestangen. Dazu gereicht können marinierte Oliven den Genuss abrunden. Frisches Fladenbrot kann gekauft oder auch selbst zubereitet werden.

Joghurtkaltschale

Für die Joghurtkaltschale benötigt man für 4 Personen 400 Gramm Joghurt, 1 Salatgurke, 14 Walnusshälften, 50 Gramm Sultaninen, 5 EL frische klein gehackte Minze, 1 EL getrocknete Rosenblätter, Salz und Pfeffer.

Den Joghurt in eine Schale geben, dazu die Gurke in einer Extraschale raspeln, das Wasser abgießen und die Gurke zum Joghurt geben. Die Walnusshälften mit kochendem Wasser übergießen, eine viertel Stunde ruhen lassen, die Haut danach entfernen und sie klein hacken. Rosinen, die gehackten Nüsse, Salz, Pfeffer und einen Teil der gehackten Minze zum Joghurt geben, umrühren und das Ganze für rund eine Stunde ziehen lassen. Danach mit Rosenblättern und der restlichen gehackten Minze bestreut servieren.

Hühnchensalat

Der Hühnchensalat kann auch als Hauptspeise serviert werden, dann ist er für 2 Personen ausgerichtet.

Als Vorspeise ist er für 3 bis 4 Personen ausreichend. Man benötigt für diesen leckeren Salat 2 Hühnerkeulen, 2 Lorbeerblätter, 1 große Zwiebel, 1 Karotte, 1/2 TL Kurkuma, 2 Eier, 3 größere festkochende Kartoffeln, 60 Gramm grüne Erbsen (z. B. frische oder auch Tiefkühlerbsen), 3 EL Mayonnaise, 250 Gramm saure Gurken, 3 EL Zitronensaft, Salz und Weißer Pfeffer.

Als Erstes die Hühnerkeulen in einen Topf geben, diese mit 0,5 Liter Wasser aufgießen, Kurkuma, Salz und Pfeffer sowie die Lorbeerblätter zugeben und das Ganze etwa 1 Stunde zugedeckt gar kochen.

Die Kartoffeln mit Schale ebenso in einem Topf kochen, bis sie fast gar sind. Danach pellen, in Stückchen schneiden und in eine größere Schüssel geben. Danach die Eier hart kochen, pellen und auch in kleine Stückchen geschnitten zu den Kartoffeln geben. Nun die Erbsen und die Sauren Gurken zu den Kartoffeln geben, diese vorab eventuell noch kleiner schneiden.

Die Karotte schälen, zu dem Hühnergemisch geben und sie rund 10 Minuten kochen lassen, bis sie bissfest ist, jedoch nicht weich. Danach raspeln und zu den Kartoffeln geben. Die gegarten Hühnerbeine von der Haut und dem Knochen entfernen. Das Fleisch klein schneiden und zu dem Kartoffelgemisch geben. In einer Schale die Mayonnaise, den Zitronensaft, Salz und Pfeffer vermengen und das Ganze dann über das Kartoffel-Gemüse-Gemisch geben, leicht vermengen und anrichten.

Kräuteromelett

Das Kräuteromelett ist für 6 bis 8 Personen als Vorspeise gedacht, kann aber auch für etwa 3 bis 4 Personen als Hauptspeise verputzt werden.

Man benötigt für das Omelett rund 400 Gramm frische Kräuter nach Wahl, wobei mindestens drei verschiedene Kräuter gewählt werden sollten. Möglich sind zum Beispiel Petersilie, Dill, Minze, Schnittlauch, Koriander. Zudem 8 Eier bereit halten, 1 EL Mehl, 8 Walnusshälften, Salz und Öl.

Alle Kräuter zu gleichen Teilen waschen und klein hacken. Die Eier mit dem Mehl in einer Schüssel aufschlagen und so lange rühren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Danach die Kräuter hinzugeben und weitere 5 Minuten rühren. Das Öl in eine höhere Pfanne geben und die Eimischung hineingeben. Das Ganze dann rund 20 bis 25 Minuten ganz langsam mit geschlossenem Deckel garen. Das sich optisch zu einem Kuchen entwickelnde Omelett nun auf einen Teller stürzen und anrichten.

Sesam-Dip

Der Sesam-Dip ist aus der orientalischen Küche nicht wegzudenken. Hierfür benötigt man für rund 4 bis 6 Personen 250 Gramm griechischen oder türkischen Joghurt mit einem hohen Fettanteil, 4 EL Tahine (Sesampaste), 3 EL Zitronensaft, 1 Prise Kreuzkümmel, Weißer Pfeffer und Salz.

Zuerst den Joghurt in eine Schüssel geben. Die Sesampaste im Glas umrühren, damit sich das Öl mit der Paste verbindet und erst dann zum Joghurt geben. Danach Zitronensaft, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer hinzugeben, alles umrühren und in kleine Schälchen anrichten. Wer mag, kann nun den Sesamdip mit Bleichselleriestangen und Karotten schnabulieren.

Marinierte Oliven

Die marinierten Oliven sind fast immer auf einem persischen Tisch zu finden. Man kann sie leicht selbst herstellen, indem man rund 250 Gramm grüne Oliven in eine Schüssel gibt. Dazu gibt man dann 3 grob gehackte Knoblauchzehen, 1 EL gehackten Oregano, 1 EL gehackte Minze, 1 TL Anisschnaps und etwa 2 bis 3 EL Essig. Alles gut vermengen und in ein Glas umfüllen. Dieses verschließen und für einige Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Danach kann man die Oliven in kleine Schälchen anrichten.


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